Videoüberwachung muss nicht mit monatlichen Cloud-Gebühren verbunden sein. Bei der lokalen Speicherung bleiben Ihre Aufnahmen bei Ihnen – auf einer SD-Karte in der Kamera oder auf einem Rekorder mit Festplatte. Dieser Artikel erklärt, wie das funktioniert, welche Vor- und Nachteile es gibt und worauf Sie achten sollten.
Was bedeutet lokale Speicherung?
Bei der lokalen Speicherung werden die Videoaufnahmen nicht in einer Cloud abgelegt, sondern direkt bei Ihnen vor Ort gespeichert. Dafür gibt es zwei gängige Varianten:
- SD-Karte in der Kamera: Die Aufnahmen werden direkt in der Kamera auf einer Speicherkarte gesichert. Diese Lösung eignet sich vor allem für einzelne Kameras.
- Rekorder (NVR) mit Festplatte: Ein Netzwerk-Videorekorder speichert die Aufnahmen mehrerer Kameras zentral auf einer Festplatte und ermöglicht längere Aufzeichnungszeiträume.
In beiden Fällen liegen die Daten also in Ihrer eigenen Infrastruktur und nicht auf einem fremden Server im Internet.
Warum keine monatlichen Kosten anfallen
Der wesentliche Unterschied zu vielen Cloud-Angeboten liegt beim Kostenmodell. Die Kamera wird einmalig gekauft, danach fallen keine monatlichen Gebühren an. Auch der Zugriff per Smartphone-App ist bei diesem Modell in der Regel kostenlos – zum Beispiel über die zum Gerät passende App wie die Hik-Connect App (für Hikvision-Kameras) oder die EZVIZ App.
Sie zahlen also einmal für die Hardware und nutzen die Überwachung anschliessend ohne laufendes Abonnement.
SD-Karte oder Rekorder – welche Lösung passt?
Welche Speichervariante sinnvoll ist, hängt von der Anzahl der Kameras und der gewünschten Aufzeichnungsdauer ab.
SD-Karte: Für einzelne Kameras empfiehlt sich eine Speicherkarte mit mindestens 128 GB. Damit lassen sich typischerweise Aufnahmen von rund 7 bis 14 Tagen speichern, bevor ältere Aufnahmen überschrieben werden.
NVR/Rekorder: Sobald Sie mehrere Kameras betreiben oder Aufnahmen über einen längeren Zeitraum aufbewahren möchten, ist ein Rekorder mit Festplatte die geeignetere Wahl.
Vorteile der lokalen Speicherung
- Keine Abokosten: Nach dem einmaligen Kauf entstehen keine laufenden monatlichen Gebühren.
- Volle Datenkontrolle: Die Aufnahmen bleiben bei Ihnen und werden nicht an einen externen Cloud-Anbieter übertragen.
- Funktioniert auch ohne Internet: Die Aufzeichnung läuft unabhängig von einer bestehenden Internetverbindung.
- Hoher Datenschutz-Standard: Da die Daten lokal bleiben, lassen sich hohe Datenschutzanforderungen leichter erfüllen.
Nachteile und Einschränkungen
- Begrenzter Speicherplatz: Die Kapazität von SD-Karte oder Festplatte ist begrenzt; ältere Aufnahmen werden bei vollem Speicher überschrieben.
- Fernzugriff benötigt Internet: Für den Zugriff per App von unterwegs ist eine Internetverbindung erforderlich, auch wenn die reine Aufzeichnung ohne Internet funktioniert.
- Gewisse manuelle Wartung: Die eigene Infrastruktur erfordert etwas Pflege, etwa im Blick auf Speicher und Funktion.
Worauf Sie achten sollten
Stimmen Sie die Speicherkapazität auf die gewählte Auflösung und die gewünschte Aufzeichnungsdauer ab: Höhere Auflösungen und längere Aufbewahrungszeiten benötigen mehr Speicherplatz. Ein weiterer Vorteil der lokalen Lösung: Da die Daten in Ihrer eigenen Infrastruktur bleiben, erleichtert dies die Einhaltung der Schweizer Datenschutzstandards.
Vertiefende Hinweise zu diesem Thema finden Sie im Artikel «Datenschutz bei der Videoüberwachung» in unserer Wissensdatenbank.
Fazit
Die lokale Speicherung ist eine praktische Möglichkeit, Videoüberwachung ohne monatliche Kosten und ohne Cloud zu betreiben. Die Aufnahmen bleiben in Ihrer Kontrolle, die Aufzeichnung funktioniert auch ohne Internet, und Sie erfüllen hohe Datenschutzanforderungen leichter. Im Gegenzug sollten Sie den begrenzten Speicherplatz und einen gewissen Wartungsaufwand einplanen. Wer Speicherkapazität, Auflösung und Aufzeichnungsdauer aufeinander abstimmt, findet eine langfristig kostengünstige Überwachungslösung.
Ausführlicher Ratgeber im Blog: Beste Überwachungskamera ohne Abo
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